Zusammenfassung der Episode
Mit Christine Wunnicke vor den flatternden, hockenden oder herumstreifenden Papageien zu stehen, öffnet den Blick für diese intelligenten Wesen. Christine Wunnickes genaues Beobachten gleicht der Aufmerksamkeit, mit der die Papgeien wiederum uns durchs Gitter betrachten. Mit schiefgelegtem Kopf oder kopfüber. Kennen sie uns? Woher rührt sonst ihre Fähigkeit, die menschliche Sprache wie kein anderes Tier nachzuahmen – und das ohne Lippen und mit einem Schnabel, der durch sein einzigartiges Klappschanier gleich ein ganzer Werkzeugkoffer ist? Ist es nicht auch eine narzissitische Kränkung des Menschen, wenn unser unstillbares Begehren danach, mit anderen Tieren sprechen zu können, vom Papagei gestillt zu werden scheint? Aus Urwäldern gepflückt, über die kolonialen Handelsrouten verschleppt, in goldene Käfige gesperrt und auf Piratenschultern drapiert, zum Tanzen und zum Sprechen gebracht, vergisst man glatt, dass diese bunten, klugen Vögel in Freiheit sehr gut ohne uns auskommen. Der Papagei in Gefangenschaft…
Mit Christine Wunnicke vor den flatternden, hockenden oder herumstreifenden Papageien zu stehen, öffnet den Blick für diese intelligenten Wesen. Christine Wunnickes genaues Beobachten gleicht der Aufmerksamkeit, mit der die Papgeien wiederum uns durchs Gitter betrachten. Mit schiefgelegtem Kopf oder kopfüber. Kennen sie uns? Woher rührt sonst ihre Fähigkeit, die menschliche Sprache wie kein anderes Tier nachzuahmen – und das ohne Lippen und mit einem Schnabel, der durch sein einzigartiges Klappschanier gleich ein ganzer Werkzeugkoffer ist? Ist es nicht auch eine narzissitische Kränkung des Menschen, wenn unser unstillbares Begehren danach, mit anderen Tieren sprechen zu können, vom Papagei gestillt zu werden scheint? Aus Urwäldern gepflückt, über die kolonialen Handelsrouten verschleppt, in goldene Käfige gesperrt und auf Piratenschultern drapiert, zum Tanzen und zum Sprechen gebracht, vergisst man glatt, dass diese bunten, klugen Vögel in Freiheit sehr gut ohne uns auskommen. Der Papagei in Gefangenschaft…
Folgen
#39 Papageien als Wunder begreifen mit Christine Wunnicke
GehörtMit Christine Wunnicke vor den flatternden, hockenden oder herumstreifenden Papageien zu stehen, öffnet den Blick für diese intelligenten Wesen. Christine Wunnickes genaues Beobachten gleicht der Aufmerksamkeit, mit der die Papgeien wiederum uns durchs Gitter betrachten. Mit schiefgelegtem Kopf oder kopfüber. Kennen sie uns? Woher rührt sonst ihre Fähigkeit, die menschliche Sprache wie kein anderes Tier nachzuahmen – und das ohne Lippen und mit einem Schnabel, der durch sein einzigartiges Klappschanier gleich ein ganzer Werkzeugkoffer ist? Ist es nicht auch eine narzissitische Kränkung des Menschen, wenn unser unstillbares Begehren danach, mit anderen Tieren sprechen zu können, vom Papagei gestillt zu werden scheint? Aus Urwäldern gepflückt, über die kolonialen Handelsrouten verschleppt, in goldene Käfige gesperrt und auf Piratenschultern drapiert, zum Tanzen und zum Sprechen gebracht, vergisst man glatt, dass diese bunten, klugen Vögel in Freiheit sehr gut ohne uns auskommen. Der Papagei in Gefangenschaft…
#38 Ungestraft unter Palmen wandeln mit Jutta Person
GehörtJutta feiert die Palme in all ihren sonnensatten bis schattigen Facetten, von der Treibhauspflanze bis zur Tropentristesse: Während wir gemeinsam unter den aufragenden Palmwedeln zum Rauschen des künstlichen Wasserfalls im Gewächshaus die schmalen Pfade des Gewächshauses im Botanischen Garten entlangschlendern, führt mich Jutta ganz nonchalant auf einer »Tour de Palmier« um die Welt und durch die Zeit: Jutta erzählt so breit gefächert über ihre Sehnsuchtspflanze wie die Wedel über uns schwanken – und vor meinem inneren Auge seh ich die Dattelpalmenbestäubung in Mesopotamien vor rund 6000 Jahren, sehe die »Coco de mer« der Seychellenpalme in den Händen früher Seefahrer oder den Kokos-Guru August Engelhardt seiner Palmenreligion huldigen. Und begreife: Die Palmen beschatten unsere Träume vom Süden wie auch die Utopien von einer besseren Welt.
#37 In die Pilze gehen mit Benjamin Haag
GehörtWer mit Benjamin Haag in die Pilze geht, betritt eine Welt der allumfassenden Präsenz dieser staunenswerten Gewächse. Es war aufregend, mit ihm auf der Suche nach Fruchtkörpern der Myzele durch den Grunewald zu stapfen im Bewusstsein, die Pilzsporen einzuatmen, während unter unseren Füßen das undurchschaubare wood wide web der Mykorrhizapilze das Wohlergehen des Waldes sichern. Benjamin legt das Zunderpflaster so selbstverständlich auf seine kleine Wunde wie er kenntnisreich die biochemischen Wirkstoffe der Pilze erklärt, während er nonchalant frische Trüffel einer Trüffelplantage aus der Tasche zaubert. Auf den Spuren der Trivialnamen der Pilze zeigt Benjamin: kein Pilz ist wie der andere – und jeder wartet mit einer ganz eigenen Geschichte auf. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus: Der zerfließende Schopf-Tintling lässt sich zu einer fälschungssicheren Tinte verarbeiten? Es gibt echte und unechte Vergiftungen? Der größte Pilz der Erde misst mehrere Hektar? Wie könnte es anders sein, als dass das Buch des…
#36 Kraken zu fassen versuchen mit Svenja Beller
Gehört»Kraken zu beschreiben, ist«, sagt Sonja Beller, »wie der Versuch, eine Wolke festzuhalten.« Unser Gespräch im Berliner Aquarium wird also ein so beherzter wie tastender Griff in die Wolken – vor einem verlassenen Becken: Der Berliner Krake ist vor zwei Wochen gestorben. Wir sitzen vor dem Glasscheibe und erschaffen ihn im Gespräch vor dem inneren Auge: Es ist nicht einfach, denn sein fluides und jede Kategorie sprengendes Wesen wirkt, als hätte die Evolution ein zweites Mal gewürfelt und dabei alle Sinne und Körperteile ganz und gar neu zusammengesetzt. Svenja nähert sich diesem schier unfassbaren Wesen in der Forschung, der Literatur und der eigenen Begegnung auf ihren Tauchgängen. Doch kaum erspäht sie einen Kraken, verändert sich dessen Hautfarbe, wolkenhafte Schatten huschen über die Oberfläche hinweg, das Tier verändert unentwegt seine ganze Gestalt. Seine acht autonom agierenden Arme sind mit 10.000 Neuronen ein denkendes Körperteil. Das Tier ist nicht zu fassen. Sein nonkonformistisches Dasein die…
#35 Spinnen nachsinnen mit Lothar Müller
GehörtMit acht behaarten Beinen und ihren unbewegten Augen lebt sie seit mehr als 300 Millionen Jahren in Höhlen, auf Bäumen, in Zimmerecken und Kellern. Lothar Müller inspiriert vor allem ihr seidener Faden, den sie so blitzschnell wie unermüdlich in die Luft schießt und zum Netz oder Kokon klebt. Eine elegante Art, den Raum zu besetzen! Lothar Müller webt selbst ein Gespinst von Bezügen quer durch Film, Literatur, Kunst und Philosophie. So gerät unser suchender Gang vor den Terrarien im Berliner Aquarium zu einer kenntnisreich verwobenen Geschichte über die sich lautlos hinter Glas versteckt haltenden Tiere. [Buch Portrait Spinnen](https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/spinnen-13792.html) [Verlag Matthes&Seitz Berlin](https://www.matthes-seitz-berlin.de/matthes-seitz-berlin.html) [Biografie Lothar Müller](https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/lothar-mueller.html) [Berliner Aquarium](https://www.aquarium-berlin.de/de) Bewerte uns bei [Apple Podcast](https://apple.co/3H4vzlV) Folge uns auf…