Zusammenfassung der Episode
Dass das Gerücht kursiert, Jeremias Gotthelf sei der erste Mundartautor der Schweiz, hat mit den legendären Hörspielen und Verfilmungen der 1940er/50er-Jahre zu tun. Was die Leute begeisterte, erbitterte die Gelehrten! Grund genug, auch die Originalsprache Gotthelfs etwas genauer anzuschauen. Am 19.10.1946 wurde die erste Episode der legendären Hörspiel-Bearbeitungen von Jeremias Gotthelfs Romanen aus der Feder des Berner Autors Ernst Balzli ausgestrahlt. Die Hörspiele genossen bald Kultstatus in der Schweiz. Von der Akademie wurden sie jedoch bis zur Abschaltung bekämpft. Was in den 1950er-Jahren zeitweise die Ausmasse eines intellektuellen Hahnenkampfs zwischen Literaturprofessor Walter Muschg und Bearbeiter Ernst Balzli annahm, ist im Kern bis heute relevant geblieben – es sind grundlegende Fragen: Darf man Werke, die als absolute Klassiker gelten, überhaupt zu Hörspielen oder Filmen umarbeiten? Und wenn ja, wie nah am Original müssen die Bearbeitungen bleiben? Schadet die Bearbeitung dem Ruf des…
Dass das Gerücht kursiert, Jeremias Gotthelf sei der erste Mundartautor der Schweiz, hat mit den legendären Hörspielen und Verfilmungen der 1940er/50er-Jahre zu tun. Was die Leute begeisterte, erbitterte die Gelehrten! Grund genug, auch die Originalsprache Gotthelfs etwas genauer anzuschauen. Am 19.10.1946 wurde die erste Episode der legendären Hörspiel-Bearbeitungen von Jeremias Gotthelfs Romanen aus der Feder des Berner Autors Ernst Balzli ausgestrahlt. Die Hörspiele genossen bald Kultstatus in der Schweiz. Von der Akademie wurden sie jedoch bis zur Abschaltung bekämpft. Was in den 1950er-Jahren zeitweise die Ausmasse eines intellektuellen Hahnenkampfs zwischen Literaturprofessor Walter Muschg und Bearbeiter Ernst Balzli annahm, ist im Kern bis heute relevant geblieben – es sind grundlegende Fragen: Darf man Werke, die als absolute Klassiker gelten, überhaupt zu Hörspielen oder Filmen umarbeiten? Und wenn ja, wie nah am Original müssen die Bearbeitungen bleiben? Schadet die Bearbeitung dem Ruf des…
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Grosserfolg – und harsche Kritik: 80 Jahre Gotthelf im Radio
GehörtDass das Gerücht kursiert, Jeremias Gotthelf sei der erste Mundartautor der Schweiz, hat mit den legendären Hörspielen und Verfilmungen der 1940er/50er-Jahre zu tun. Was die Leute begeisterte, erbitterte die Gelehrten! Grund genug, auch die Originalsprache Gotthelfs etwas genauer anzuschauen. Am 19.10.1946 wurde die erste Episode der legendären Hörspiel-Bearbeitungen von Jeremias Gotthelfs Romanen aus der Feder des Berner Autors Ernst Balzli ausgestrahlt. Die Hörspiele genossen bald Kultstatus in der Schweiz. Von der Akademie wurden sie jedoch bis zur Abschaltung bekämpft. Was in den 1950er-Jahren zeitweise die Ausmasse eines intellektuellen Hahnenkampfs zwischen Literaturprofessor Walter Muschg und Bearbeiter Ernst Balzli annahm, ist im Kern bis heute relevant geblieben – es sind grundlegende Fragen: Darf man Werke, die als absolute Klassiker gelten, überhaupt zu Hörspielen oder Filmen umarbeiten? Und wenn ja, wie nah am Original müssen die Bearbeitungen bleiben? Schadet die Bearbeitung dem Ruf des…
Briefkasten: Von kuriosen Flurnamen und alten Schimpfwörtern
GehörtSchlottert in «Schlottermilch» die Milch, liegt im «Gschneit» viel Schnee und was steckt hinter der Beleidigung «Muemeboose»? Unsere Mundartredaktion beantwortet Ihre Fragen. Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: Woher kommt der Flurname «Ifang»? Hat der Flurname «Krisental» etwas mit einer Krise zu tun oder was genau steckt dahinter? Was bedeutet der Ortsname «Lieli» und was verrät dieser über die Siedlungsgeschichte? Welche Geschichte steckt hinter dem Flurnamen «Schlottermilch»? Hat er tatsächlich etwas mit Milch zu tun? Was bedeutet der Flurname«Gschneit», wie im Kanton Bern gleich mehrere Weiler und Höfe heissen? Warum wird jemand als «Gali» beleidigt und was für ähnliche Schimpfwörter gibt es? «Muemeboose» ist eine abschätzige Bezeichnung für eine Frau, doch woher kommt der Begriff? Was bedeutet der Familienname «Galliker»?
Dominic Oppligers neuer Mundartroman «Gschtüel»
GehörtWer möchte ich sein? Wo ist mein Platz? Und wie finde ich dorthin? Diesen Fragen spürt Dominic Oppliger in «Gschtüel» geschickt nach - vor den Kulissen der Kleinstadt Baden in den Nullerjahren. Was wäre eigentlich, wenn unsere Entwicklung nicht mit dem Erwachsenwerden aufhören würde? Diese Frage warf der Bäderarzt Prof. Pilzbarth auf. Er beschrieb die sogenannte Anthropolyse, eine Therapie, dank der Menschen sich in ein Tier ihrer Wahl weiterentwickeln konnten, um so zu werden, wie sie sich wohl fühlen, wie es ihrem Wesen entspricht. Prof. Pilzbarth und die Anthropolyse sind fiktiv - ein Projekt der Objektkünstlerin Margarethe Dubach und des Psychiaters Jürg Willi, das in den 1990er-Jahren im Badener Musée bizarre ausgestellt war. Diesem Professor Pilzbarth und seinen merkwürdigen Theorien begegnete auch der Aargauer Autor Dominic Oppliger, als er in den Nullerjahren als junger Mann nach Baden kam. Zuerst hatte er Mühe, in der Kleinstadt Anschluss zu finden. Aber als es auf dem Gstühl-Areal beim Bahnhof eine…
Briefkasten: Warum haben wir manchmal «d Stör»?
GehörtUnsere Mundartredaktion beantwortet Fragen aus dem Publikum rund um verschiedene Mundartwörter. Warum etwa sagen wir, nervöse Menschen hätten «d Stör», woher kommt das Wort «Fidibus», oder was heisst «glandere»? Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: · Woher kommt das Wort «Fidibus» für eine Anzündhilfe? · Warum nennt man Rosskastanien in gewissen Regionen «pudele»? · Was ist mit der alten Bezeichnung «drücketi Gicht» für eine Krankheit gemeint? · In der Region Bern sagt man manchmal, wenn man jemanden für verwirrt hält «Är het d Stör». Warum? · Junge Männer, die ihre Kräfte messen, «heerlen» auf Glarnerdeutsch: Was hat es mit diesem Ausdruck auf sich? · Was für eine Geschichte verbirgt sich hinter dem Verb «glandere» (für «schmeicheln»)? · Wie ist der Familienname Wattenhofer entstanden? Ausserdem stellen wir das Projekt «aanä» des Schweizer Künstlers Jul Dillier vor, der sich den Mundartgedichten seines Onkels Julian Dillier widmet und sie im Trio zu Musik werden lässt.
Der Familiennamenatlas der Deutschschweiz ist da!
GehörtWas ist typisch an Deutschschweizer Familiennamen? Wo finden sich die meisten Namen, die auf eine Geländeform zurückgehen? Wie viele Familiennamen sind aus einem Frauennamen entstanden? Auf solche Fragen findet man Antworten im neuen Standardwerk der Deutschschweizer Familiennamenforschung. Im September wird der dreibändige Familiennamenatlas der Deutschschweiz publiziert, als Resultat eines mehrjährigen universitären Forschungsprojekts. Zu den über 8'000 alteingesessenen Familiennamen der Deutschschweiz wurden reich kommentierte Karten erstellt, die zeigen, wie die Namen auf dem Gebiet der Deutschschweiz verteilt sind und was sprachlich und inhaltlich interessant an ihnen ist. Zum Beispiel, wie viel mehr Familiennamen mit einem männlichen Vornamen gebildet wurden (Petermann, Kobel, Jäggi etc.) im Vergleich zu solchen mit weiblichen Vornamen (Neeser, Itten) - und wo diese hauptsächlich vorkommen. Oder wie auffällig viele Familiennamen aus einem Übernamen entstanden sind, der auf ein körperliches Merkmal…