Unerzählbar – Irgendwer muss ja erzählen

Unerzählbar – Irgendwer muss ja erzählen

Sieben Semester Erzähltheorie treffen auf den Alltag. Der Alltag gewinnt. Meistens. Ein Erzähler sucht das ganz große Drama. Er findet: Maren. „Unerzählbar“ ist die Comedy-Hörspielserie über den ewigen Kampf zwischen epischer Literatur und ostfriesischem Pragmatismus. Während die körperlose Erzählerstimme verzweifelt versucht, aus alltäglichen Dingen wie Tupperdosen und Supermarkteinkäufen ein literarisches Meisterwerk zu formen, grätscht Maren – Zahnarzthelferin aus Oldenburg – humorvoll dazwischen. Zwischen den Fronten dieses ungleichen Duos: Kater Dieter, der sich aus Prinzip für gar nichts interessiert (außer es riecht nach Thunfisch). Jede Folge erzählt eine abgeschlossene, liebevoll produzierte Kurzgeschichte. Sieben Semester Erzähltheorie treffen auf den Alltag. Der Alltag gewinnt. Meistens. 🎧 Neue Folgen erscheinen regelmäßig. Alle Folgen unter nachklang.fm/unerzaehlbar Die Stimmen entstehen mit KI-Sprachsynthese, Schnitt und Klang sind Handarbeit.
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Zusammenfassung der Episode

Es gibt Orte, die kein Mensch freiwillig betritt. Die weiße Hölle hinter der Kühlschranktür zum Beispiel. Ein Ort, an dem die Zeit gefroren ist, Rahmspinat von Ostern neben mysteriösen Alufolienpaketen ruht und die Schubladen unter zentimeterdickem Eis verschwunden sind. In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar taut Maren ihr Gefrierfach ab. Mit einem Reiseföhn von Rossmann (sieben neunundneunzig, im Angebot), einem Pfannenwender, einem Flaschenöffner und gelben Gummihandschuhen. Für den Erzähler ist das natürlich kein Haushaltsvorgang, sondern eine Polarexpedition epischen Ausmaßes. Mit Gletscherabbrüchen, tückischem Moorwasser, einer Bestie der Tundra (Dieter, sechs Kilo, leckt an einem gefrorenen Fischstäbchen) und der großen Frage: Was verbirgt sich im beschriftungslosen Alufolien-Relikt? Was als Comedy über den absurdesten aller Alltagskämpfe beginnt, wird leise und warm, als Maren ganz hinten im Fach etwas findet, das sie vor fünf Jahren eingefroren hat. Nicht weil es noch essbar wäre. Sondern…

Folgen

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Das Gefrierfach

Es gibt Orte, die kein Mensch freiwillig betritt. Die weiße Hölle hinter der Kühlschranktür zum Beispiel. Ein Ort, an dem die Zeit gefroren ist, Rahmspinat von Ostern neben mysteriösen Alufolienpaketen ruht und die Schubladen unter zentimeterdickem Eis verschwunden sind. In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar taut Maren ihr Gefrierfach ab. Mit einem Reiseföhn von Rossmann (sieben neunundneunzig, im Angebot), einem Pfannenwender, einem Flaschenöffner und gelben Gummihandschuhen. Für den Erzähler ist das natürlich kein Haushaltsvorgang, sondern eine Polarexpedition epischen Ausmaßes. Mit Gletscherabbrüchen, tückischem Moorwasser, einer Bestie der Tundra (Dieter, sechs Kilo, leckt an einem gefrorenen Fischstäbchen) und der großen Frage: Was verbirgt sich im beschriftungslosen Alufolien-Relikt? Was als Comedy über den absurdesten aller Alltagskämpfe beginnt, wird leise und warm, als Maren ganz hinten im Fach etwas findet, das sie vor fünf Jahren eingefroren hat. Nicht weil es noch essbar wäre. Sondern…

22 Mär. 2026
11-

Der Stromausfall

Es gibt Abende, die fangen ganz normal an. Kochsendung im Fernsehen, die keiner schaut. Ein Kater auf der Fernbedienung. Staubsaugerroboter-Bewertungen auf dem Handy. Und dann geht das Licht aus. In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar fällt in Marens Oldenburger Wohnung der Strom aus. Komplett. Nicht metaphorisch, nicht als literarisches Stilmittel, sondern einfach: stockfinster. Das Handy hat drei Prozent Akku. Die Kerzen sind in der Küche, das Feuerzeug irgendwo im Wohnzimmer, und Dieter liegt auf dem einzigen Gegenstand, den Maren gerade dringend braucht. Wie immer. Was folgt, ist eine Odyssee durch die eigene Wohnung, bei der Maren gegen den Couchtisch läuft, den Türrahmen findet (mit der Stirn) und ein leeres Feuerzeug entdeckt, das der Erzähler sofort mit Romeo und Julia vergleicht. Nur mit Wachs und Butan. Doch irgendwann brennen vier Teelichter, Dieter jagt einen Korken durchs Dunkle, und zwischen Lachtränen über Kissenbezüge mit Lebe-Liebe-Lache und einem Rant über kubistische Röntgenbilder…

16 Mär. 2026
10-

Die Hochzeitsrede

Manche Samstage beginnen harmlos. Kaffee, Sonnenschein, ein Kater auf dem Fensterbrett. Und dann sagt Maren einen Satz, der alles verändert: Natascha heiratet. Und ich soll die Rede halten. Was folgt, ist das größte kreative Unterfangen seit der IKEA-Einkaufsliste. Ein Erzähler mit sieben Semestern Germanistik wittert seine Chance. Endlich wird seine Kunst GEBRAUCHT. Endlich darf er zur Feder greifen und etwas Unvergessliches erschaffen. Das Problem: Maren hat Regeln. Maximal fünf Minuten. Kein Shakespeare. Kein Goethe. Kein Rilke. Und es muss von Herzen kommen. Echt echt, nicht literarisch echt. Was dann passiert, kann man nicht planen. Ein Postbote empfiehlt Rilke. Eine Nachbarin bringt die Hochzeitsrede von 1987 vorbei, inklusive Gartenmetapher und Dünger-Vergleich. Ein Klempner, der eigentlich nur eine Dichtung wechseln will, sagt in zehn Sekunden mehr über Reden als der Erzähler in acht Entwürfen. Und Dieter, sieben Kilo graugetigerter Lektor, frisst die Hälfte der Karteikarten. Irgendwo zwischen…

14 Mär. 2026
9-

Die Zugfahrt

Es gibt Zugfahrten, die verändern alles. Und es gibt Zugfahrten zwischen Oldenburg und Hannover, auf denen ein Erzähler mit sieben Semestern Germanistik nach acht Minuten feststellt, dass Niedersachsen so flach ist, dass man sehen kann, wer übermorgen zu Besuch kommt. In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar packt Maren ihren Kater Dieter in eine Transportbox (er sieht aus wie ein politischer Gefangener, der auf den Anwalt wartet), steigt in den Zug und fährt zu ihrer Schwester. Der Erzähler fährt mit. Und ihm wird schnell langweilig. Sehr schnell. Lesen kann er nicht, weil ihm schlecht wird. Kein Handy. Schlafen ist unter seiner Würde. Was bleibt? Ein Vorschlag von Maren, der alles verändert: Ab jetzt wird nur noch in Reimen gesprochen. Was als harmloses Spiel beginnt, wird zum erbitterten Reimduell quer durch Niedersachsen. Der Erzähler zitiert Metrik und Versmaße. Maren reimt einfach los und trifft besser. Kühe werden zu Musen, Hannover reimt sich auf Pullover (es reimt sich nicht auf Pullover),…

13 Mär. 2026
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Der Arztbesuch

Maren hat einen Arzttermin. Um halb zehn. Sie sind seit acht Uhr da. Denn im deutschen Gesundheitssystem ist ein Termin kein Versprechen. Ein Termin ist ein Vorschlag. In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar betritt der Erzähler zum ersten Mal ein deutsches Wartezimmer. Er wird es nie vergessen. Acht beige Plastikstühle, ein lebensgroßes Poster des menschlichen Verdauungstrakts, eine BUNTE von 2016 und ein Mann, der alle einundvierzig Sekunden hustet. Wie eine biologische Kuckucksuhr. Dazu eine ältere Dame, die seit halb acht da ist und das jedem erzählt, der sich setzt. Sie hat den Stuhl mit der Armlehne. Sie hat ihn verdient. Während Maren in aller Seelenruhe auf ihrem Handy scrollt, zählt der Erzähler Deckenplatten, timt Hustenintervalle und entdeckt im Anamnesebogen Marens geheime Raucher-Vergangenheit. Zwei Zigaretten. Hinter der Turnhalle. Elfte Klasse. Für ihn: ein ganzes Kapitel. Nach hundertzweiunddreißig Minuten Wartezeit dauert die Behandlung vier Minuten. Das Verhältnis: zweiunddreißig zu…

11 Mär. 2026